Konzert in verlassener Lackfabrik in Hamburg-Tonndorf

Musiker spielen in leerer Fabrik.

In den frühen Morgenstunden des 12. Februar 2025 erlebte der Hamburger Stadtteil Tonndorf ein dramatisches Ereignis: Ein Großbrand brach in einer seit Jahren ungenutzten Lackfabrik an der Tonndorfer Hauptstraße aus. Über das Industriegebiet erhob sich dichter Rauch, während meterhohe Flammen aus dem Dach und den Fenstern des mehrstöckigen Fabrikgebäudes schlugen. Die Feuerwehr war schon wenige Minuten nach den ersten Notrufen mit einem Großaufgebot vor Ort, um das Feuer zu bekämpfen. Die Befürchtung, dass durch mutmaßlich verbaute Asbestplatten im Dach Schadstoffe freigesetzt werden könnten, sowie die Ungewissheit über die Brandursache und das Ausmaß des Schadens, beschäftigten Anwohner, Behörden und Einsatzkräfte gleichermaßen.

Die Feuerwehr erhielt die Brandmeldung um 4:19 Uhr. Viele Anrufer berichteten übereinstimmend von einem lodernden Flammenmeer, das sich schnell über das Obergeschoss und den Dachstuhl des Hauses ausbreitete. Die Situation vor Ort war für die Einsatzkräfte sehr herausfordernd. Weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich asbesthaltige Eternitplatten im Dachbereich befanden, konnte man zunächst nur von außen löschen. Obwohl die Feuerwehr keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung sah, wurden die Anwohner gebeten, Türen und Fenster geschlossen zu halten und Lüftungsanlagen auszuschalten.

Während die Feuerwehr mit Hochdruck an der Brandbekämpfung arbeitete, blieben viele Fragen zum Hintergrund des Feuers, zur Geschichte des Gebäudes und zu den möglichen Auswirkungen auf die Umwelt und das Viertel unbeantwortet. Der Brand in Tonndorf ist das jüngste Ereignis in einer Reihe von Feuerereignissen, die in leerstehenden Industrieanlagen der Hansestadt stattfinden und die Debatten über Brandprävention, Denkmalschutz und die Zukunft solcher Brachflächen neu entfachen. Die Problematik der Altlasten in ehemaligen Industriegebäuden wird durch solche Ereignisse immer wieder ins Rampenlicht gerückt. In den kommenden acht Abschnitten wird der Großbrand in der leerstehenden Lackfabrik von Hamburg-Tonndorf aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet – von den Einsatzmaßnahmen der Feuerwehr über die Geschichte des Standorts bis zu den möglichen Folgen für Mensch und Umwelt.

Die Chronologie des Brandes: Von der Alarmierung bis zum Einsatzende

In den frühen Morgenstunden des 12. Februar 2025 startete der Einsatz der Hamburger Feuerwehr mit mehreren Notrufen, die man gegen 4:19 Uhr in der Einsatzzentrale verzeichnete. Bewohner und Verkehrsteilnehmer berichteten von einem intensiven Flammenbild und dichtem Rauch über dem Gelände der ehemaligen Lackfabrik an der Tonndorfer Hauptstraße. Die ersten Einsatzkräfte waren schon nach wenigen Minuten nach der Alarmierung am Brandort. Die Feuerwehr Hamburg schickte zwei Löschzüge und viele Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr aus den benachbarten Stadtteilen, wie Tonndorf, Wandsbek und Rahlstedt, zur Unterstützung.

Als die ersten Löschfahrzeuge eintrafen, brannte das Obergeschoss der Fabrik bereits lichterloh, und das Dach begann einzustürzen. Die Einsatzleitung entschied sich, die Brandbekämpfung sofort von außen zu starten, weil die bauliche Situation und die mögliche Belastung mit Schadstoffen dies erforderten. Um Schaulustige und Anwohner fernzuhalten, wurde das Areal großräumig abgesperrt. Um den Brandherd einzudämmen und ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude zu verhindern, setzte die Feuerwehr mehrere Drehleitern und Wasserwerfer ein. In weniger als 30 Minuten waren über 80 Feuerwehrleute im Einsatz.

Die Löscharbeiten waren äußerst schwierig, weil die Gebäudeconstruction und die starke Brandentwicklung einen direkten Innenangriff unmöglich machten. Die Befürchtung, dass möglicherweise asbesthaltige Eternitplatten im Dachbereich verbaut sind, war besonders alarmierend. Deshalb war es notwendig, bei den Löscharbeiten äußerst vorsichtig vorzugehen, weil Asbestfasern beim Zerbrechen und Verbrennen große Gesundheitsrisiken verursachen. Es gelang erst am Mittag, das Feuer weitgehend zu kontrollieren. Die Nachlöscharbeiten zogen sich jedoch bis in die späten Nachmittagsstunden, um letzte Glutnester im Inneren des Gebäudes zu löschen und ein Wiederaufflammen zu verhindern. Die Brandwache blieb bis zum nächsten Morgen am Einsatzort, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Während des Einsatzes gab es keine Verletzten. Die Feuerwehr verhinderte, dass das Feuer andere Gebäude oder die angrenzende Vegetation erfasste. Der Einsatz in Tonndorf war einer der größten Brände in Hamburg seit Beginn des Jahres und demonstrierte eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit und Professionalität der städtischen sowie der freiwilligen Feuerwehrkräfte.

Die Geschichte der Lackfabrik: Von der industriellen Blüte bis zum Leerstand

Die Geschichte der abgebrannten Lackfabrik in Hamburg-Tonndorf ist ein Spiegelbild der industriellen Entwicklung des Stadtteils. Das im Laufe der 1920er Jahre errichtete Fabrikgebäude war über viele Jahrzehnte ein wichtiger Arbeitgeber für die Region. Die Lackfabrik stellte Farben, Lacke und Beschichtungen für die aufstrebenden Bau- und Automobilindustrien in Norddeutschland her. Während der 1950er und 1960er Jahre, in den Jahren des Wirtschaftswunders, entwickelte sich der Betrieb rasant; er beschäftigte mehrere hundert Mitarbeiter und war ein wesentlicher Bestandteil der gewerblichen Infrastruktur von Tonndorf.

Der Strukturwandel in den 1980er und 1990er Jahren leitete den Niedergang vieler Traditionsbetriebe in Hamburg ein. Auch die Lackfabrik spürte zunehmend den wirtschaftlichen Druck. Wegen neuer Umweltauflagen, internationaler Konkurrenz und der Auslagerung von Produktionsstätten ins Ausland gab es erhebliche Einschnitte. In den späten 1990er Jahren sank die Produktion, und 2003 wurde der Betrieb endgültig eingestellt. Das große Fabrikareal stand seitdem leer, hatte mehrere Besitzer und wurde ab und zu als Lagerfläche genutzt. Wiederholt scheiterten Pläne zur Umnutzung, sei es als Gewerbepark, Künstleratelier oder Wohnraum, an finanziellen, baurechtlichen und umwelttechnischen Hürden.

Das Gebäude ist im Wesentlichen im Originalzustand bewahrt geblieben. Die massive Backsteinfassade, die großen Fenster der Fabrik und der auffällige Schornstein sind charakteristische Merkmale der Industriearchitektur zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Urban Explorer und Lost-Places-Enthusiasten haben das Areal in den letzten Jahren als beliebtes Fotomotiv entdeckt. Der Leerstand war immer wieder Anlass für Diskussionen über die Zukunft des Standorts. Die Stadt Hamburg hat mehrmals erwogen, das Gebäude zu sanieren oder abzureißen, aber die hohen Kosten für die Beseitigung von Altlasten sind eine große Hürde dafür. Der Brand von 2025 hat ein wichtiges Kapitel in der Industriegeschichte von Tonndorf beendet.

Herausforderungen der Feuerwehr: Gefahren und Taktiken im Industriebrand

Leerstehende Industriegebäude, die in Brand geraten, sind eine große Herausforderung für Feuerwehr und Rettungskräfte. Ein Beispiel dafür war das Feuer in der Lackfabrik Hamburg-Tonndorf, das dies auf eine dramatische Weise belegte. Schon als die ersten Löschfahrzeuge eintrafen, war das Ausmaß der Zerstörung zu erkennen: Das Obergeschoss brannte lichterloh, und das Dach schien einzustürzen. Um die Sicherheit der Einsatzkräfte zu gewährleisten und die Brandausbreitung zu stoppen, musste die Einsatzleitung in kürzester Zeit Entscheidungen treffen.

Eine der größten Gefahren bei Bränden in alten Industriegebäuden ist das Risiko, dass Schadstoffe freigesetzt werden. In Tonndorf ging man schnell davon aus, dass asbesthaltige Eternitplatten im Dachbereich verbaut waren. Asbest wurde über viele Jahre als Baumaterial geschätzt, ist heute aber wegen seiner krebserregenden Eigenschaften strengstens verboten. Durch einen Brand können Asbestfasern in die Luft gelangen, die dann eingeatmet werden können. Deshalb entschied die Feuerwehr, nur von außen anzugreifen und nicht ins Gebäude zu gehen, um die Einsatzkräfte nicht zu exponieren.

Die Statik des Gebäudes stellte ebenfalls eine große Unbekannte dar. Die enorme Hitze, die beim Brand entstand, stellte ein Risiko für das Einstürzen von Decken und Wänden dar. Aus sicherer Entfernung arbeiteten die Einsatzkräfte deshalb überwiegend von Drehleitern und mit Wasserwerfern. Sie mussten darauf achten, dass das Löschwasser nicht zu stark dosiert wurde, um ein Einstürzen der Gebäudeteile durch zusätzliches Gewicht zu verhindern. Um die Bevölkerung vor herabfallenden Trümmern und Rauchgasen wurde die Umgebung des Brandortes abgesperrt.

Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Einheiten, einschließlich der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr, war vorbildlich koordiniert. Um die Kommunikation zu steuern und die Aufgabenverteilung zu organisieren, richtete die Einsatzleitung eine mobile Kommandozentrale ein. Um die Luft auf Schadstoffe zu überwachen und gegebenenfalls weitere Schutzmaßnahmen zu ergreifen, wurden auch Spezialkräfte für Gefahrstoffe hinzugezogen. Der Einsatz in Tonndorf hat deutlich gemacht, wie wichtig es ist, dass die Feuerwehr solche Szenarien gut vorbereitet und ständig fortgebildet angeht.

Umwelt- und Gesundheitsgefahren: Asbest, Rauchgase und Altlasten

Durch den Brand in der alten Lackfabrik wurden nicht nur bauliche Strukturen beschädigt, sondern auch potenziell gefährliche Schadstoffe freigesetzt. Die Angst vor Asbest war eine große Belastung für Anwohner und Einsatzkräfte gleichermaßen. Asbest, das in zahlreichen Industriegebäuden bis in die 1980er Jahre eingebaut wurde, gilt als gefährlich, da es beim Einatmen schwere Lungenerkrankungen und Krebs verursachen kann. Feine Fasern können bei Bränden durch beschädigte Dachplatten in die Luft entweichen und sind somit eine latente Gefahr für Personen in der Nähe.

Die Feuerwehr ergriff entsprechende Schutzmaßnahmen: Sie sperrte das Gelände weiträumig ab, und Anwohner wurden über Lautsprecherdurchsagen und Warn-Apps aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Einsatzkräfte waren mit Atemschutz und spezieller Schutzausrüstung im Einsatz, um eine Aufnahme von Asbestfasern zu verhindern. Außerdem wurden die Luftqualitätswerte gemessen, um eine akute Gefährdung auszuschließen. Wie die Umweltbehörde Hamburg berichtet, sind bislang keine erhöhten Schadstoffkonzentrationen außerhalb des unmittelbaren Brandbereichs zu verzeichnen.

Neben Asbest stellen auch andere Altlasten in ehemaligen Lackfabriken erhebliche Gefahren dar. Bei einem Brand können Farben, Lösungsmittel und Lackrückstände giftige Dämpfe und Rückstände erzeugen. Sie gelangen entweder mit dem Rauch in die Atmosphäre oder über das Löschwasser in den Boden und das Grundwasser. Die Feuerwehr hatte die Aufgabe, das Löschwasser gezielt zu fangen, um so die Ausbreitung von Schadstoffen zu minimieren. Trotzdem ist es unklar, wie stark die Umwelt durch das Feuer belastet wurde. In den nächsten Tagen wird die Umweltbehörde Boden- und Wasserproben entnehmen, um mögliche Kontaminationen zu untersuchen.

Während des Brandes war die Luft durch Rauch und Feinstaub merklich belastet. Vor allem Asthmatiker wurden vorsorglich gebeten, das Haus zu meiden. Die Hamburger Gesundheitsbehörde machte deutlich, dass man bei kurzfristiger Exposition gegenüber dichten Rauchgasen normalerweise keine langfristigen Gesundheitsschäden zu befürchten hat. Es ist jedoch ratsam, Rußablagerungen auf Balkonen und Fensterbänken nicht mit bloßen Händen zu entfernen und auf eine gründliche Reinigung zu achten.

Die Rolle der Freiwilligen Feuerwehr: Ehrenamtlicher Einsatz im Katastrophenfall

Der Großbrand in der Lackfabrik Hamburg-Tonndorf hat erneut unter Beweis gestellt, wie wichtig die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr für die Sicherheit der Hansestadt ist. Neben den Löschzügen der Berufsfeuerwehr waren es vor allem die ehrenamtlichen Feuerwehrleute aus den Stadtteilen Tonndorf, Rahlstedt und Wandsbek, die entscheidend zur schnellen und effektiven Brandbekämpfung beitrugen. Innerhalb weniger Minuten nach der Alarmierung rückten die Feuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehr aus und halfen der Berufsfeuerwehr bei der Wasserversorgung, dem Aufbau von Löschleitungen und der Absperrung des Gefahrenbereichs.

In Hamburg sind etwa 86 Freiwillige Feuerwehren mit über 2.700 Aktiven im Einsatz. Sie übernehmen nicht nur Aufgaben im Katastrophenschutz, sondern sind auch bei Brandeinsätzen, technischen Hilfeleistungen und Unwettereinsätzen aktiv. Die Leistungsfähigkeit des Systems wird besonders bei Großschadenslagen wie dem Brand in Tonndorf deutlich: Die Freiwilligen Feuerwehren sind 24 Stunden einsatzbereit und können schnell zusätzliche Kräfte mobilisieren, wenn die Berufsfeuerwehr an ihre Kapazitätsgrenzen stößt.

Die ehrenamtliche Tätigkeit in der Freiwilligen Feuerwehr ist nicht nur ein Zeichen von bürgerschaftlichem Engagement; sie ist auch entscheidend für die Sicherheit in den Stadtteilen. Viele der Freiwilligen sind seit Jahren dabei und nehmen regelmäßig an Fortbildungen und Schulungen teil, um im Ernstfall bestmöglich vorbereitet zu sein. Während des Brandes in Tonndorf sorgten sie nicht nur dafür, dass die Löschmaßnahmen reibungslos abliefen, sondern kümmerten sich auch um die Betreuung der Anwohner und die Weitergabe von Informationen an die Bevölkerung.

Für viele Freiwillige war der Einsatz in Tonndorf eine große Herausforderung – vor allem wegen der Gefahren durch Asbest und der komplizierten Struktur des Gebäudes. Trotz allem bewiesen sie ein hohes Maß an Engagement und Professionalität. Die Stadt Hamburg sprach ein großes Lob für den Einsatz der freiwilligen Feuerwehrkräfte aus und kündigte an, die Unterstützung und Ausstattung der ehrenamtlichen Wehren weiter auszubauen. Der Brand von 2025 hat einmal mehr bewiesen, dass die Freiwilligen Feuerwehren ein essenzieller Bestandteil des Sicherheitskonzepts der Hansestadt sind.

Die Brandursache: Erste Ermittlungen und mögliche Hintergründe

In der leerstehenden Lackfabrik starteten die Ermittler noch während der Brandbekämpfung ihre Untersuchungen zur Brandursache. Am Vormittag begannen das Fachkommissariat für Branddelikte der Hamburger Polizei und Sachverständige des Landeskriminalamts sofort mit ihrer Arbeit. Um die Spurenlage nicht zu beeinträchtigen, wurde der Brandort zunächst gesichert und abgesperrt. Bis zum Abend gab es keine ersten Hinweise auf die Ursache des Feuers, und die Ermittlungen wurden durch die Zerstörung des Gebäudes und die Gefahr eines Einsturzes erschwert.

Die Ursachen für Brände in ungenutzten Industriegebäuden können sehr unterschiedlich sein. Solche Objekte werden oft von Obdachlosen, Vandalen oder sogenannten Lost-Places-Touristen betreten. Typische Ursachen sind offene Feuerstellen, unsachgemäßer Umgang mit elektrischem Equipment oder mutwillige Brandstiftung. Brände können auch durch technische Defekte entstehen, etwa durch verbleibende elektrische Installationen oder alte Maschinen. In Hamburg mussten die Feuerwehren in der Vergangenheit immer wieder wegen Brandfällen in ungenutzten Fabriken ausrücken, die meist durch fahrlässiges Verhalten oder vorsätzliche Zündeleien verursacht wurden.

Im Fall Tonndorf untersuchten die Ermittler zuerst, ob Zeugen verdächtige Personen am Brandort gesehen hatten. Die Polizei berichtet, dass bisher keine Hinweise auf Einbruchsspuren oder illegale Aktivitäten festgestellt wurden. Das Gebäude war seit Jahren ungenutzt und wurde regelmäßig von einem Sicherheitsdienst überwacht. Eine vorsätzliche oder fahrlässige Brandstiftung kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Die Polizei bat die Bevölkerung um Hilfe und stellte einen Zeugenaufruf ein.

Es wird auch die Möglichkeit eines technischen Defekts geprüft. Alte Stromleitungen und Maschinen waren in einigen Bereichen der Fabrik noch installiert, das ist bekannt. Ein Gutachter wird klären, ob sie noch unter Spannung standen. Es ist wahrscheinlich, dass die Ermittlungen sich über mehrere Wochen ziehen werden, weil die Brandruine erst untersucht werden kann, nachdem sie komplett abgekühlt und das Gebäude gesichert ist. Bis zu diesem Zeitpunkt ist die genaue Ursache des Feuers unklar, und Spekulationen über Brandstiftung oder Fahrlässigkeit können nicht belegt werden.

Auswirkungen auf den Stadtteil Tonndorf: Sorgen, Reaktionen und Perspektiven

Der Brand in der alten Lackfabrik hat einen großen Einfluss auf die Emotionen der Bewohner von Tonndorf. In den frühen Morgenstunden wurden viele Anwohner durch Sirenen und Rauchschwaden aufgeschreckt. Die Menschen beschäftigten diese Sorgen auch Tage nach dem Brand: die eigene Sicherheit, mögliche Schadstoffbelastungen und die Zukunft des Areals. In lokalen Medieninterviews äußerten viele Anwohner ihre Erleichterung darüber, dass das Feuer nicht auf die benachbarten Häuser übergriff und es keine Verletzten zu beklagen ist.

Zur selben Zeit bot der Brand einen Anlass, um darüber zu diskutieren, wie man mit leerstehenden Industriegebäuden in Tonndorf und anderen Stadtteilen umgehen sollte. Die Anwohner bemängelten, dass die ehemalige Lackfabrik seit Jahren dem Verfall preisgegeben sei und immer wieder Ziel von Vandalismus und illegalen Aktivitäten werde. Es wurde erneut gefordert, dass man schneller entscheiden sollte, ob das Gebäude abgerissen oder saniert werden soll. Es gab unterschiedliche Meinungen dazu, das Gelände als Grünfläche zu nutzen oder dort dringend benötigten Wohnraum zu schaffen.

Das Ereignis fand auch in der lokalen Politik Beachtung. Bezirksamtsleiterin Sabine Schneider gab bekannt, dass sie mit der Stadtentwicklungsbehörde und den Eigentümern nach Lösungen für die Zukunft des Areals suchen wird. Das Areal der abgebrannten Fabrik biete eine Chance für die Stadtentwicklung, müsse jedoch verantwortungsvoll geplant werden, indem man Altlasten und Denkmalschutz berücksichtigt. In den nächsten Wochen wird die Bezirksversammlung eine Bürgerbeteiligung starten, um die Wünsche und Ideen der Anwohner in die Planungen aufzunehmen.

Durch den Brand ist auch das Bewusstsein für Brandschutz und Gefahrenprävention im Stadtteil gestiegen. Nach dem Vorfall kontrollierten viele Hausbesitzer ihre eigenen Sicherheitsvorkehrungen. Seitdem hat die Feuerwehr verstärkt Informationsveranstaltungen zu Themen wie Brandschutz und Notfallvorsorge organisiert. In Tonndorf bleibt der Großbrand von 2025 ein prägendes Ereignis, das die Debatte über die Zukunft des Stadtteils und seiner Industriegeschichte stark beeinflusst.

Die Zukunft des Areals: Risiken, Pläne und städtebauliche Chancen

Der Brand in der Lackfabrik wirft die Frage auf, wie sich das geschädigte Areal künftig entwickeln wird. Nach dem Feuer könnte das seit über 20 Jahren ungenutzte Gelände zu einem bedeutenden Ort für Stadtentwicklung und Umweltsanierung in Hamburg-Tonndorf werden. Die Schäden am Gebäude sind gravierend; Teile des Dachstuhls und des Obergeschosses sind eingestürzt, und die Bausubstanz hat durch die Hitze und das Löschwasser erheblich gelitten. Es ist wahrscheinlich, dass das verbleibende Gebäude abgerissen wird, besonders weil durch den Brand weitere Altlasten freigesetzt wurden.

Stadtplaner und Investoren erkennen das Potenzial der Fläche für neue Nutzungen. Die direkte Lage am S-Bahnhof Tonndorf und die gute Anbindung an den Verkehr machen das Gebiet interessant für Gewerbe, Dienstleistungen oder Wohnungsbau. Um eine Neuentwicklung angehen zu können, sind jedoch umfangreiche Sanierungsarbeiten nötig. Es ist notwendig, Boden und Grundwasser auf Schadstoffe zu untersuchen und sie gegebenenfalls zu dekontaminieren, zusätzlich zur Entfernung von Brandschutt und Asbest. Die finanziellen Aufwendungen für solche Maßnahmen sind erheblich und sind eine Herausforderung für die Eigentümer und die Stadt.

Die Stadt Hamburg hat bekannt gegeben, dass sie das Gelände in das laufende Programm zur Revitalisierung von Industriebrachen aufnehmen will. Das Ziel ist es, Flächen effizient zu nutzen, den Stadtteil zu verbessern und Wohnraum zu schaffen, der dringend benötigt wird. Auf der anderen Seite müssen die Interessen des Umwelt- und Denkmalschutzes beachtet werden. Das prägnante Hauptgebäude der Fabrik könnte, sofern die Bausubstanz es erlaubt, in ein neues Nutzungskonzept eingebunden werden, beispielsweise als Kulturzentrum, Atelierhaus oder Museum zur Industriegeschichte Tonndorfs.

Die Erfahrungen des Großbrandes prägen die Diskussion über die Zukunft des Areals. Die Planungen konzentrieren sich auf die Bewältigung von Altlasten, die Einbeziehung der Anwohner und den Aufbau nachhaltiger Strukturen. Der Brand im Jahr 2025 hat die Wahrnehmung der Risiken und Chancen solcher Standorte verbessert. In den nächsten Monaten werden Politik, Verwaltung und Bürger gemeinsam darüber entscheiden müssen, wie das Gelände der ehemaligen Lackfabrik ein neues Kapitel in der Geschichte Tonndorfs aufschlagen kann.